Am 9. November 2017 fand zum wiederholten Mal der weltweite Aktionstag rund um das Thema Usability und User Experience statt – der sogenannte World Usability Day (WUD). In Deutschland wird die Veranstaltungsreihe seit 2005 vom Berufsverband der deutschen Usability Professionals, der German UPA, koordiniert. In Würzburg fand der WUD bereits zum fünften Mal statt und machte mit seinen 230 Besuchern die größte Veranstaltung in ganz Bayern aus. Die fünfpunktnull GmbH war in diesem Jahr erstmalig auch Sponsor der Veranstaltung in Würzburg. Ziel des WUD ist es, durch Vorträge und Diskussionen neueste Erkenntnisse aus Forschung, Industrie und Agenturleben im Bereich Usability aufmerksam zu machen und sich darüber auszutauschen.

In unserem Keynote-Vortrag “Perfectly doing the wrong things” (Dr. Diana Löffler) gingen wir auf immer wieder auftretende Fehler beim Usability-Testing ein. Denn vor allem durch Zeit- und Kostendruck werden Usability-Methoden oft verkürzt oder gänzlich eingespart, was wiederum eklatante Folgen für Bedienbarkeit und Produkterfolg haben kann. Wir sehen vor allem drei Prinzipien, die essentiell für einen gelungenen Usability-Test sind:

  1. Testen mit echten Nutzern. Auch wenn es verlockend ist: Freunde, Kollegen oder Surrogat-Nutzer sind ungeeignete Testpersonen. Extreme Nutzergruppen hingegen (z.B. Personen mit Einschränkung) können wertvolle Erkenntnisse für weitere Probleme liefern.
  2. Testen und Beobachten im Kontext. Tun ist nicht gleich sagen. Fragen danach, ob Nutzer ein Produkt kaufen würden, hängen nicht mit deren tatsächlicher Kaufabsicht zusammen. Besser sind Beobachtungen von tatsächlichem Nutzerverhalten im echten Arbeitskontext. Nur so kann auch der Einfluss von Umgebungsbedingungen ermittelt werden.
  3. Testen so früh wie möglich. Je früher, desto besser. Interaktionsprobleme und missverständliche oder fehlende Funktionen können sehr leicht, schnell und kostengünstig auf dem Papier ausgebügelt bzw. hinzugefügt werden, kosten jedoch viel Zeit und Geld, wenn eine Software ersteinmal implementiert wurde.

Unsere Anwort auf die Aussage, dass es für Usability Engineering weder Zeit noch Budget gibt? Eigentlich gibt es keine Zeit, das falsche Produkt zu entwickeln.

 

Weiterführende Links:

Rundfunkbeitrag des BR

Blogbeitrag auf Namics

WUD Würzburg